Jahresauftakt Christian Lindner in Lippe

 

 

Platznöte im Hörster Krug: Der 15. Jahresauftakt von Gastgeberin Gudrun Kopp war mit beinah 300 Gästen bisher am besten besucht. „Das lag eindeutig am riesigen Interesse des Publikums – über alle Parteigrenzen hinweg – an Gastredner Christian Lindner, ist die ehemalige Parlamentarische Staatssekretärin sicher.

 

„Wer kümmert sich in Deutschland eigentlich noch um die Sorgen der breiten Mitte der Gesellschaft? Wir brauchen ein „update“ für unser Land“, geisselte Lindner die ständigen Debatten über die „Ränder der Gesellschaft“.

 

Es gebe viel nachzuholen, z.B. bei der Qualität der Bildungspolitik. Nicht länger hinnehmbar sei, dass jedes Jahr 50.000 junge Menschen die Schule ohne Abschluss – direkt in die Perspektivlosigkeit verlassen. Andererseits aber hätten wir es zu tun mit einer Über-Akademisierung. „Abi für alle“ entspreche weder den individuellen Fähigkeiten eines jeden Menschen, noch sei dies sinnvoll für den Arbeitsmarkt.“ Lindner nannte ein Beispiel:

Die veränderte Sicherheitslage mache einen Personalaufbau von etwa 15.000 Polizeibeamten nötig. Zu meinen, dass nur Abiturienten für den Polizeidienst in Frage kommen dürften, sei aberwitzig.

„Auch gute Realschüler können gute Polizisten werden.“

 

Völlig unverantwortlich sei das Inklusions-Experiment der NRW-Landesregierung. Die soziale Teilhabe von Kindern mit und ohne Behinderungen müsse eine individuelle, bestmögliche Förderung von Kindern ermöglichen. Doch was passiere in der Praxis? Förderschulen würden leichtfertig zerschlagen und in Regelschulen fehlen Personal und Räumlichkeiten. „Das Kindeswohl muss entscheidend sein – nicht die politische Ideologie!“

 

Abschließend forderte der liberale Bundesvorsitzende, dass Deutschland ein weltoffenes, auf Rechtstaatlichkeit und Demokratie basiertes Land bleiben müsse, dass auch offen ist für Migration. „Wir brauchen ein Einwanderungsgesetz, das endlich klare Regeln für Zuwanderung benennt und Menschen, deren Leib und Leben bedroht sind, Schutz gewährt.“